Mahnung vom Rechtsanwalt ist ein Virus

Mahnung ist ein Virus

Seit Mai landeten bei zigtausenden von Internetnutzern Rechnungen und Mahnungen im eMail-Postfach. Absender ist angeblich ein Anwalt, welcher eBay, PayPal, Amazon oder die Pay Online24 GmbH vertritt. Die Mail ist optisch und auch inhaltlich keinesfalls schlecht gemacht und wird aus diesem Grund oftmals nicht oder nicht schnell als gefährlich und gefälscht erkannt. 

Allerdings ist es dann doch wieder vergleichsweise einfach die Mail mit dem virenverseuchten Anahng zu erkennen. Wenn sie nichts bestellt haben, dann müssen sie sich auch keine Gedanken machen und können die Mail bedenkenlos wegwerfen bzw. in den virtuellen Papierkorb ihres Mailprogramms verschieben. 

Wie die Betrüger an ihre Daten kommen ist nicht bekannt, jedenfalls befanden sich in der Vergangenheit tatsächlich zutreffende persönliche Daten des Empfängers (bis hin zur Telefonnummer) in der Nachricht. 

Wie bei allen anderen schädlichen Mails auch, werden die Firmennamen bekannter Online Shops wie Amazon oder eBay verwendet, um die Nachricht noch echter aussehen zu lassen. 

Keinesfalls den Anhang der Nachricht öffnen oder auf einen Link in der Nachricht klicken

Die Nachricht enthält natürlich einen Anhang oder einen Link, welchen sie anklicken sollen. Beides ist eine Falle. Aus diesem Grund dürfen sie weder den Anhang (meist eine ZIP-Datei) öffnen noch einen Link innerhalb der Nachricht anklicken, denn dann beginnt der Computer sofort damit sich einen Virus aus dem Internet herunterzuladen. 

So oder so ähnlich lautet der Text der eMail:

Sehr geehrte/r (hier steht ihr Name),

leider haben wir festgestellt, dass unsere Erinnerung-Nr. 584752 bislang ohne Reaktion Ihrerseits geblieben ist. Heute gewähren wir Ihnen nun letztmalig die Möglichkeit, den nicht gedeckten Betrag der Firma Amazon GmbH zu begleichen.

Aufgrund des Zahlungsverzug sind Sie gezwungen zusätzlich, die durch unsere Inanspruchnahme entstandene Kosten von 178,58 Euro zu bezahlen. Bei Fragen oder Reklamationen erwarten wir eine Kontaktaufnahme innerhalb von 48 Stunden. Um zusätzliche Kosten zu vermeiden, bitten wir Sie den fälligen Betrag auf unser Konto zu überweisen. Berücksichtigt wurden alle Zahlungseingänge bis zum 13.07.2017.

Eine vollständige Kostenaufstellung aus der Sie alle Einzelpositionen entnehmen können, ist beigefügt.

(Hier wird der gefährliche Link angezeigt) Rechnung ansehen

Überweisen Sie den fälligen Betrag unter Angaben der Artikelnummer so rechtzeitig, dass dieser spätestens zum 20.07.2017 auf unserem Bankkonto verbucht wird. Können wird bis zum genannten Termin keine Zahlung bestätigen, sind wir gezwungen Ihre Forderung an ein Inkassounternehmen zu übergeben. Alle damit verbundenen zusätzliche Kosten gehen zu Ihrer Last.

Mit besten Grüßen

Rechtsanwalt

Tipps vom Experten zum Thema PhishingSo vermeiden Sie Abzocke und Betrug durch Phishing-Mails:

1. Achten Sie auf die Rechtschreibung
Leider ist die Rechtschreibung zwar kein wirklich eindeutiges Zeichen mehr, dass es sich um eine Phishing Mail handeln könnte. Die Betrüger werden immer raffinierter und machen oftmals keine Fehler mehr. Allerdings sind nicht alle Abzocker gleich gut, was Rechtschreibung und Grammatik betrifft. Aus diesem Grund sollten Sie grundsätzlich auch prüfen, ob sich Fehler in der Mail befinden.

2. Anrede
Bei Phishing-Mails ist oft die Anrede nicht richtig. So kommt es häufig vor, dass sie zunächst mit ihrem Namen und dann erst mit dem Vornamen angepsprochen werden („Lieber Huber Wilhelm„) oder die Anrede eine Kopie ihrer eMail-Adresse ist („Hallo mark.halter„). Manchmal fehlt die Anrede oder sie ist schlichtweg falsch. 

3. Androhung einer Sperre / Deaktivierung
Die Betrüger wollen Druck aufbauen, um Sie auf eine gefälschte Webseite zu verleiten. Das geht am einfachsten, wenn eine Sperre oder eine Deaktivierung angekündigt wird, ein Hinweis auf verdächtige Vorgänge erfolgt oder ungewöhnliche Kontobewegungen mitgeteilt werden. In solchen Fällen würde sich Ihre Bank telefonisch an Sie wenden. Nie werden diese Sachen per eMail mitgeteilt.

4. Eingabe persönlicher Daten
Sie werden zur Eingaben persönlicher Daten wie Namen und Anschrift aber auch Kontonummer, PIN oder Kreditkartendaten aufgefordert. Dies würde kein Unternehmen jemals machen. 

5. Anhänge öffnen
Wenn Sie nicht auf eine gefälschte Webseite weitergeleitet werden, dann hängt an Ihrer Mail meistens ein Anhang. Oftmals eine ZIP-Datei, ein Word-oder auch ein PDF-Dokument. Alarmstufe Rot: in diesen Anhängen können sich gefährliche Computerviren, Trojaner oder andere Schadsoftware verstecken. Öffnen Sie keinesfalls diese Anhänge, auch dann nicht, wenn Sie neugierig sind.

6. Links innerhalb der eMail
Klicken Sie nie auf Links innerhalb einer eMail. Wenn Sie beispielsweise eine eMail erhalten, welche bei Ihnen den Eindruck erweckt, als wäre Sie von Paypal, dann können Sie sich auch direkt bei Paypal einloggen und nachsehen, ob es tatsächlich ein Problem mit Ihrem Konto gibt.

 

 

 

 

 

 

 

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